Dürfen Kinder in einer Freien Schule machen was sie wollen?

Was bedeutet "Freie Arbeit"?

Die Freie Arbeit, ist in unserem Schulalltag ein wichtiges Kernstück. Die Freiheit der Kinder bezieht sich dabei auf die freie Wahl des Lerngegenstandes, des Lerninhaltes innerhalb eines Faches oder eines Lehrplans und der Sozialform, in der die Kinder lernen. Allein, zu zweit oder in einer Gruppe. Am Tisch, auf dem Boden, auf der Schaukel, dem Sofa oder im Wechsel von Bewegung und Stille. Der Lernbegleiter steht dabei als wichtiger Ansprechpartner, für die Vermittlung der Lehrinhalte in Dialogen und Erzählungen und als Begleiter und Beobachter zur Verfügung.

Dürfen Kinder in einer "Freien" Schule machen was sie wollen?

Nein. Auch an unserer Schule gibt es Regeln, die in einer Schul- und Hausordnung festgelegt sind.

Darüberhinaus findet jeden Freitag unsere Schulkonferenz statt, in der gemeinsam mit der Schulleitung, Lehrern, Lernbegleitern und allen Kindern Ideen, Wünsche, Impulse, Beschwerden und auch Konflikte besprochen werden und Regeln aufgestellt werden. Jede Stammgruppe hat einen Schülersprecher gewählt, der die Interessen der Kinder in der Schulkonferenz vertritt. 

Gibt es Hausaufgaben?

Nein, unsere Kinder bekommen keine Hausaufgaben, aber manchmal kleine Aufträge im Rahmen einer Projektarbeit.

Gibt es Schulnoten?

Nein. Die Kinder an unserer Schule schreiben keine klassischen Tests und deshalb gibt es auch keine Schulnoten. Aber zweimal im Jahr finden Leistungsfeststellungen statt. Denn als genehmigte Ersatzschule haben auch wir die erworbenen Kompetenzen zu dokumentieren und müssen uns am gültigen Lehrplan orientieren. Die Kinder erhalten jeweils halbjährlich einen Lernbericht als Wortgutachten.

Gibt es Unterrichtspflicht?

Das gesamte Schulwesen in Deutschland unterliegt der staatlichen Aufsicht. Als genehmigte Ersatzschule gilt auch für uns die Schulpflicht und Anwesenheitspflicht für unsere Schüler und Schülerinnen.

Welche Abschlüsse können erworben werden?

Als genehmigte Ersatzschule dürfen wir keine Zeugnisse ausstellen und Abschlüsse erteilen. Wir bereiten unsere Schüler und Schülerinnen auf die staatlichen Prüfungen vor. Die staatlichen Abschlussprüfungen werden in der Udo-Lindenberg-Schule in Mellrichstadt abgenommen.

Gibt es einen Stundenplan?

Ja, es gibt verbindliche Lernzeiten. Im sogenannten Silentium werden die Kulturtechniken, wie lesen, schreiben, rechnen erlernt, gefestigt und gefördert. In der FreiARBEIT verbinden wir die Schulpflichtstunden aus der gesetzlich geregelten Stundentafel je Jahrgangsstufe mit den Inhalten des LehrplanPlus von Bayern. Darüberhinaus erwerben unsere Schüler und Schülerinnen ihre Kompetenzen in fächerübergreifenden Projekten oder Intensiv-Kursen.

Muss sich eine freie Schule nach den staatlichen Schulplänen richten?

Als genehmigte Ersatzschule bereichern und vervollständigen wir die Bildungslandschaft und sind frei in der Entscheidung über eine besondere pädagogische Prägung, Lehrmethoden und Organisation des Unterrichts. Die Grundlage für das Lernen an unserer Schule bildet unser pädagogisches Konzept sowie die gültigen Lehrpläne und Stundentafel des Gesetzgebers.

Was ist der Unterschied zwischen einer staatlichen Schule und der Freien Aktiven Landschule?

Im Vergleich zu staatlichen Schulen haben wir sehr kleine Gruppen, in denen es möglich ist, sehr individuell mit den Kindern zu arbeiten. Frontalunterricht im herkömmlichen Sinne findet bei uns nicht statt. Darüberhinaus sind wir frei in der Anwendung von besonderen Lehrmethoden, wie zum Beispiel der Anwendung und Einsatz der Montessori-Pädagogik und entsprechende Lehrmaterialien dazu. Wir sind außerdem frei in der Organisation des Unterrichts. Das bedeutet, wir haben keinen Unterricht im 45-Minuten-Takt und es gibt auch keine Pausenklingel. Ansonsten sind aber auch für uns Schulpflichtstunden und die gesetzlich geltenden Lehrpläne verpflichtend.

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